Macrocyclops albidus, Hüpferling

(von Rainer Müllan)

Systematische Stellung von Macrocyclops albidus:

Der Körper von Macrocyclops albidus besitzt eine deutlich Segmentierung. Der vordere Abschnitt besteht aus Cephalothorax (zwei Thoraxsegmente) und Peraeon (vier freie Thoraxsegmente), der hintere aus dem Abdomen (Pleomersegmente, Furca). Das Männchen besitzt fünf Pleomeren, das Weibchen nur vier (eins und zwei sind "verschmolzen"). An dem "verschmolzenen" Segment (es ist daher größer) hängen seitlich, nach außen die Eisäcke. Das letzte Segment des Abdomens (Telson) besteht aus zwei beborsteten Anhängen die als Furca (Schwanzgabel) bezeichnet werden.

Die langen Antennen (A1) sind Schwebeorgane, dienen gleichzeitig aber auch als Sinnesorgane (chemisch, mechanisch). Das andere Antennenpaar ist wesentlich kürzer (A2). Beide Antennen sind einästig. Die A1 der Weibchen ist größer als die der Männchen, deren wiederum breiter und muskulöser ist (Klammerextremitäten für die Paarung).

Der geradlinige Darm beginnt nach dem ventral (bauchseits) gelegenem Mund. Er ist am Beginn zu einem Magen erweitert und endet zwischen den Ästen der Furca. Der Magen ist vom Fettkörper umgeben. Beiderseits des Darmes liegt ein Muskelband, das teilweise bis ins Abdomen zieht. Ebenfalls reich vorhanden ist die Muskulatur der Extremitäten (zieht von der Rückendecke abwärts). Auch zu den Antennen ziehen Muskelstränge.

Das unpaare Naupliusauge (daher der Name Cyclops), wird von drei Pigmentbecherocellen gebildet.

Da Herz und Gefäße nicht ausgebildet sind, zirkuliert das Blut mit Hilfe von Darmbewegungen durch den Körper. Ebenfalls nicht anzutreffen sind Atemorgane, es liegt also Hautatmung vor (dünne Cutikula).

Die Exkretionsorgane sind Maxillarnephridien. Das über dem Darm befindliche Ovarium ist unpaar. Von ihm gehen zwei Gänge (Uterus) ab, die mit Eiern gefüllt sind. Der Uterus zieht von vorne nach hinten, wo dann zwei weiter Gänge (Ovidukte) abzweigen. Die Ovidukte münden seitlich (erstes Abdominalsegment) aus und bilden die Eiersäcke. Das Receptaculum seminis (eine Art Tasche) liegt ventral und bildet die Begattungsöffnung. Zwei Gänge führen vom Receptaculum seminis zur Oviduktmündung. Die Eier können beim Austritt befruchtet werden, da das Männchen seine Spermatophore (Quellsubstanz mit Spermien) in das Receptaculum seminis abgibt. Beim Männchen liegt der unpaare Hoden im Vorderkörper, die zwei abführenden Gänge münden am ersten Abdominalsegment nach außen. An ihren Enden befinden sich Taschen in denen sich die Spermatophoren befinden.

Extremitäten befinden sich am Cephalothorax und Paraeon, am Pleon fehlen sie. Die Mundwerkzeuge bestehen aus einem Paar Mandibeln, zwei Paar Maxillen und einem Paar Maxillepeden. Weiters sind vier Schwimmextremitäten (Peraeopoden) ausgebildet, die mit dem letzten beginnend einzeln nach hinten schlagen, dann werden alle gleichzeitig nach vorne bewegt (die jeweils rechte und linke Extremität ist durch eine Platte verbunden, so können sie nur gemeinsam schlagen). Die ruckweise Art der Fortbewegung hat diesen Tieren den Namen Hüpferling eingebracht. Das letzte Thorakalsegment trägt ein ein-, oder zweigliedrige Extremitäten, deren Funktion nicht bekannt ist. Jeder Peraeopod besteht aus einem Protopoditen (zwei Glieder: Coxa, Basis) und aus den dreigliedrigen Exo-, und Endopodit.

Nauplius durchläuft in seiner Entwicklung zahlreiche Häutungsstadien (Nauplius-, Metanauplius- und Copepoditstadien). Nauplien lassen sich aus abgetrennten Eipacketen ziehen. Man gibt sie dazu am besten in Schälchen mit Teichwasser.

Vorkommen von Macrocyclops albidus: Süßwasser z.B. Teiche, Tümpel