Probennahme

Man hört oft den Ausspruch "Das Leben im Wassertropfen" und verbindet damit die Vorstellung, dass man nur einen Tropfen Wasser unter das Mikroskop zu legen braucht, den man aus einem beliebigen Gewässer entnommen hat und findet darin unendlich viele Kleinstlebewesen. Leider wird man in der Praxis, wenn überhaupt, nur eine überaus magere Ausbeute vorfinden, wenn man die Probe aus dem freien Wasser entnommen hat. Dies gilt auch dann, wenn das Gewässer, z.B. ein kleiner Weiher im Wald, eigentlich eine sehr große Zahl von verschiedenen Mikroorganismen beheimatet.

Woran liegt die magere Ausbeute in diesem Fall?

Der Grund ist, dass der überwiegende Teil der Mikroorganismen auf einem Substrat anzutreffen ist. Man sollte also außer dem Standortwasser auch noch Substrat mitnehmen. Besonders ergiebig sind verfaulende Pflanzenreste, altes Laub, Bodengrund, Wasserpflanzen, Schilfstängel und vieles anderes mehr. Um aus dem freien Wasser Mikroorganismen zu fangen, muss man diese aufkonzentrieren. Dies geschieht mit Hilfe eines Planktonnetzes, welches man im Mikroskopzubehör erwerben kann. Es besteht aus sehr feinmaschigem Gewebe, und hat an der tiefsten Stelle ein kleines Gefäß, in welchem sich die Mikroorganismen sammeln.

Die gesammelten Proben sollte man auf der Fensterbank, möglichst am Nordfenster in Marmeladengläsern aufbewahren. Oft halten sich die Mikroorganismen über einen längeren Zeitraum. Es ist sehr oft zu beobachten, dass die Population im Laufe der Zeit stark wechselt. Bestimmte Mikroorganismen tauchen auf, vermehren sich stark und verschwinden dann wieder. Welcher Mikroorganismus gerade in Massen auftritt, ist stark abhängig von den Lebensbedingungen im Marmeladenglas. Es lohnt sich, ein und dieselbe Probe immer mal wieder zu untersuchen und über einen längeren Zeitraum die Veränderungen zu beobachten und zu dokumentieren.