Bericht über die 8. internationalen Mikroskopikertage in Hagen

Bei den internationalen Mikroskopikertagen in Hagen handelt es sich um eine Veranstaltung, welche sich hauptsächlich mit der technischen Seite der Mikroskopie beschäftigt und die in einen zweijährigen Rhythmus stattfindet. Die Anzahl der Besucher war mit einigen Hundert recht stattlich und auch die Beteiligung der Industrie konnte sich sehen lassen. So waren Firmen wie Zeiss, Olympus, Askania Optische Werke Rathenow, Nikon, Windaus Labortechnik, Microvit, Image Access, uvam. vertreten.

Durch die gute Streuung der Themen des Programms, war für jeden Geschmack etwas dabei. Von Diavorträgen und Tonbildshows bis hin zu mathematischen Betrachtungen zur Tiefenschärfe war alles vertreten. Einen besonderen Stellenwert nahmen die praxisorientierten Vorträge ein, welche gute Anregungen und Gedankenanstöße zum eigenen Experimentieren brachten.

So hatte Herr Gerhard Göke über das Modethema numero eins unter den Mikroskopikern von eigenen Erfahrungen und Konstruktionen berichtet. Gemeint ist hier die Verwendung von Leuchtdioden als Mikroskopbeleuchtung. Sehr viele Mikroskopiker haben hier auch schon einige eigene Versuche zu angestellt und wer es bisher noch nicht in Angriff genommen hatte, wird sich sicher nach diesem Vortrag daransetzen.

Aber auch Herr Dr. Rainer Wolf hatte einen höchst bemerkenswerten Umbau eines Zeiss Standard 14 zu einem Gerät mit dreidimensionaler Objektbetrachtung vorgestellt. Sein Vortrag handelte von der Lichtmikroskopie jenseits des Abbe-Limits.

Auch Herr Jürgen Schrodt hatte eine Umrüstung des Makroskops M 420 von 2D auf 3D anzubieten und führte in die mathematische Vorausberechnung und Optimierung der Tiefenschärfe ein.

Auf eine historische Zeitreise zum Thema ,Geschichte der Mikrofotografie' lud uns Herr Jürgen Schrodt ein. Ein weiteres geschichtliches Thema wurde von Herrn Dr. Jürgen Balzer vorgetragen. Er referierte über die 210jährige Mikroskopie-Geschichte in der Stadt Rathenow.

Für den Praktiker interessant war der Vortrag von Johann F. Bornhardt zur Qualität von Lomo Optiken. Anhand von sehr guten Testanordnungen wurde auf die Abbildungsqualität eingegangen.

Einen Einblick in das Prinzip und die Anwendung der Fluoreszenzmikroskopie gewährte Herr Dr. Andreas Gebert.

Sehr schöne Diavorträge wurden von Herrn Herrn Reiner Mehnert (Thema Schwarzweiß-Mikrofotos), Herrn Karl E. Deckart (Thema Science & Art) und Rolf Hebbinghaus (Thema Makroskopische und mikroskopische Einblicke ins Seewasser) beigesteuert.

Herr Thomas Serfling stellte die Carl Zeiss Jena Neuentwicklung auf dem Gebiet der Stereomikroskopie vor.

Die Begeisterung an dem Formen- und Farbenspiel kristalliner Mikropräparate im Polarisationslicht brachte uns Herr Dr. Alfred Schuster näher.

Eine tolle Ton-Bild-Show unter dem Titel ,The Consequence of Evolution', dargeboten auf 4 Diaprojektoren parallel wurde präsentiert von der Firma Olympus.

Themen zur digitalen Mikrofotografie und Bildverarbeitung wurden vorgestellt von Dr. Jörg Kukulies (Digitale Photomikrographie), Dr. Holger Adelmann (Kenngrößen der digitalen Bildübertragung), Dr. Gerhard Keuck (Elektronische Restaurierung alter wissenschaftlicher Abbildungen).

Parallel zu den Vorträgen wurden von Herrn Dr. Holger Adelmann, der zuvor über digitale Bildübertragung referiert hatte, mehrere Workshops zur digitalen Bildverarbeitung angeboten. Dort gewährte er Einblicke in Bildmanipulationen durch Beeinflussung von Helligkeit, Kontrast und Gammawert, ohne Bilddaten zu vernichten und den Einsatz von Orts- und Pixelfrequenzfiltern.

Die Teilnehmer hatten auch die Gelegenheit eigene Poster auszustellen. Als ein weiterer Programmpunkt wurden diese dann besprochen. Es hatte sich jedoch nur eine recht begrenzte Anzahl von Personen an dieser Aktion beteiligt. Die ausgestellten Poster handelten von Leuchtdioden als Beleuchtung (Dr. Hans-Jürgen Voß und Erich Saake), Erzielung von scharfen Bildern über den gesamten Objektbereich besonders bei Objekten die wesentlich größer sind als der Tiefenschärfebereich (Peter Ferlin) und einem Vergleich zwischen einer Low-Cost- und einer High-End-Lösung zur digitalen Mikrofotografie (Eckart Hillenkamp).

Auch Herr Prof. Dr. Haussmann, Zoologe an der Universität Berlin und Herausgeber des ,Mikrokosmos' war am letzten Tag anwesend.

Die 8. Internationalen Mikroskopikertage in Hagen waren eine gelungene Veranstaltung. Den Organisatoren Herr Jürgen Stahlschmidt und Herr Gerhardt Göke ist hier ein großes Lob auszusprechen zu der guten Mischung der Vorträge und der perfekten Organisation. Man kann jetzt schon gespannt sein auf die 9. Internationalen Mikroskopikertage in Hagen wahrscheinlich 2002.